03.04.2014

Tipp: Konferenz IMAGE OPERATIONS (10.-12.4, Berlin)


Charlotte Klonk von Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin und Jens Eder, Medienwissenschaftler der Uni Mannheim laden vom 10. bis 12. April im Berliner ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry zur Konferenz IMAGE OPERATIONS. Zu Gast ist etwa (am Auftaktdonnerstag) der  renommierte Bildtheoretiker W.J.T. Mitchell aus Chicago (mit dem Thema „The Picture Atlas as Symptom and Therapy from Aby Warburg to A Beautiful Mind“), doch auch eine Vielzahl der Vortragsthemen versprechen an den ersten beiden Tagen in puncto Krieg, Gewalt und Medien unter bildwissenschaftlicher und v.a. interdisziplinärer Sichtweise so wichtige wie faszinierende und vor allem aktuelle Einsichten:

Unter anderem spricht Tom Holert (Akademie der Künste der Welt, Berlin)  über „Gorgon Stare and Eyes in the Sky: Drones and the Ubiquity of Vision”, Timothy Lenoir (Kimberly J. Jenkins Chair for New Technologies in Society der Duke University, Durham, USA) zum Thema „Carpet-Bombing Cyberspace”, Verena Straub (HU Berlin) zu „The Making of a Martyr - Images of Female Suicide Bombers in Palestine” und Politikwissenschaftler Ben O'Loughlin (University of London) über „Images of the World, Images of Conflict“.

Mit einer Einführung von Christina Landbrecht wird zudem am Donnerstagabend Harun Farockis ERNSTE SPIELE vorgeführt.

Und als wäre das alles noch nicht genug: Für die Konferenz IMAGE OPERATIONS ist der Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

internationalen und hochkarätig besetzten Konferenz

Das gesamte Programm gibt als PDF HIER. 

IMAGE OPERATIONS (10.-12. April 2014)
Veranstaltungsort: Institut für Cultural Inquiry Berlin GmbH (ICI), Christinenstraße 18/19, Haus 8, 10119 Berlin (www.ici-berlin.de)

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zyw 

07.03.2014

TIPP: Dietmar Daths F.A.Z.-Kritik an 300 - RISE OF AN EMPIRE

Ob der Film das überhaupt wert ist, das Gescholtene die Schelte? In der FAZ jedenfalls kritisiert Dietmar Dath mit genüsslichen Sprachkapriolen den, so schein's, geschmacklosen Film Noam Murros 300 - RISE OF AN EMPIRE, Fortsetzung des bereits schon ungenießbaren, zumindest schwerverdaulichen 300 von Zack Snyder nach der Graphic Novel des fragwürdigen Autoren Comic-Autoren Frank Miller.

Dath deutet dabei mit einiger Berechtigung die historische Antike mit ihrem Konflikt Griechen vs. Perser als, einmal mehr überästhetisierte, kaschierte Story über den aktuellen "War on Terror", in dem einmal mehr das altgekannte Stereotyp des "Evil Arabs" wohl gedeiht:

"Die Perser sind ethnisch undurchschaubare Finsterlinge, tragen Turbanartiges, beten einen Gottkönig an, der aussieht, als wäre er wegen zu teuren Piercinggeschmacks aus der Pop-Band 'Right Said Fred' geflogen, und sprengen sich mit teerverschmiertem Feuerwerk in die Luft, damit das Publikum 2014 begreift, um was für Wüstensöhne es sich handelt."

Mehr noch kritisiert Dath die moralische Haltung des Film (bzw. die darin, darüber repräsentierte) - "da [wird] eine aus den Nachrichten vertraute Folgerichtigkeit gruselmoralisch begründet und bebildert, mit der Drohnen islamische Hochzeitsgesellschaften dezimieren oder Spezialeinheiten bei nächtlichen Überfällen sechzehnjährige Söhne Terrorverdächtiger exekutieren."

Bloße Unterhaltung, bloßes Popcorn-Kino?, fragt Dath süffisant, zurecht. Und man kann weitermachen: Frank Millers "Holy Terror" "bloß ein Comic", seine Tirade gegen die Occupy-Bewegung, die er u.a. als Vergewaltiger beschimpte (als solche, die keine Ahnung haben von echten Problemen wie al-Qaida) "nur" ein, freilich harsch und prominent kritisierter, "Werbe-Gag"?

Sicher, man sollte das alles nicht zu hoch hängen (etwa, weil Hitlers "Mein Kampf" quasi ja auch nicht "nur ein Buch" ist). Meinungstechnisch wie geschmacksmäßig muss man aber eben auch nicht jeden Unfug mitmachen oder auch nur hinnehmen. Und sei's nur, weil in beiderlei Hinsicht die Kritik in Form und Inhalt selbst schon bereichernder sein mag, auf dass das Kritisierte wenigstens etwas Gutes hat.

zyw 
  

21.02.2014

Fernsehfilmdreiteiler über die NSU geplant

Wie die FAZ berichtete, plant Ex-Spiegel-Chef und Der-Baader-Meinhof-Komplex-Verfasser Stefan Aust zusammen mit Produzentin Gabriele Sperl (u.a. MOGADISCHU) drei Fernsehfilme und eine von Aust selbst verantwortete Dokumentation um die Mordtaten des selbsternannten "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU), die Rechtsradikalen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.


Die Trilogie widmet sich im ersten, von Christian Schwochow (DER TURM, DIE UNSICHTBARE und WINTERKIND) inszenierten Teil dem rechtsextremen Umfeld und mithin den Tätern.

Teil 2 befasst sich mit den Opfern der NSU-Mordserie, die Toten und ihre Hinterbliebenen. Regie soll Züli Aladağ führen, dessen TV-Film WUT 2005 für einiges Aufsehen sorgte. Aladağs Ehefrau Feo ist ebenfalls Regisseurin; ihr Film FREMDE WELTEN lief gerade im Wettbewerb der "Berlinale".

Dritter Part des ambitionierten Projekts, das für die ARD entstehen soll, stellt die Ermittlungen zu den Taten in den Mittelpunkt. Als Regisseur ist David Wnendt vorgesehen, ebenfalls eine spannende Entscheidung: Wnendt schrieb und inszenierte den mehrfach preisgekrönten Film KRIEGERIN, der Alina Levshin als junge Rechtsradikale im ostdeutschen Neo-Nazi-Milieu zeigt.

Sendetermin oder Besetzung stehen noch nicht fest.