12.11.2015

BMVg-Bericht zur Veranstaltung "Hybride Kriege"


Schon etwas älter, aber jetzt erst entdeckt:

Bericht auf der Website des Bundesverteidigungsministeriums über die Podiumsdiskussion zum Thema "Hybride Kriegen - Die Ohnmacht der Gegner" des zebis (Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften), bei der ich als Fachmann für Online-Propaganda u.a. neben Prof. Herfried Münkler, Christian Mölling von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und Dr. David Wetham  teilnehmen durfte:

"Hybride Kriege: Bleibt uns nur die Ohnmacht?" von Florian Manthey


Bild: BMVg / Manthey

14.10.2015

ZDF: Förderte BND und SITE Propaganda des "Islamischen Staats"?


In einem Frontal 24-Beitrag berichtet das ZDF über den Aussteiger Irfan Peci, der als Dschihadisten-Web-Propagandist für den deutschen Ableger der GIMF, die Global Islamic Media Front, Mitte/Ende der 2000er tätig war. Peci, der vor fünf Monaten das Buch Der Dschihadist: Terror made in Germany - Bericht aus einer dunklen Welt veröffentlichte, sei vom Verfassungsschutz angeworben worden.

Laut ZDF-Beitrag nun habe der deutsche Auslandsgeheimdienst BND die Propagandaplattform zumindest weiterlaufen lassen. Dass die private US-Aufklärungsfirma SITE Intelligence Group mit im Boot gewesen sein soll, macht die Sache noch brisanter.

Allerdings: Der TV-Bericht ist zumindest insofern mißverständlich, insofern gleich zum Auftakt die aktuelle IS-Propaganda zum Aufhänger gemacht und entsprechend mit Pecis Online-PR in Sachen Heiliger Krieg assoziiert wird. Mit dem aktuellen "Islamischen Staat" und seiner Propaganda hatten freilich die GIMF, Peci und seine Kumpane Ende der 2000er mediengestalterisch (mithin von der Attraktionskraft her), konfliktbezogen und organisatorisch höchstens indirekt etwas zu tun: die GIMF ist Medienarm v.a. von al-Qaida, mit der sich der IS mittlerweile zerstritten hat. Fluchtpunkt ist dahingehend nicht Syrien oder der Irak, sondern Afghanistan/Pakistan. Pecis Enthüllung bzw. des Teams um Elmar Theveßen sind mithin nicht so brandaktuell, wie es suggeriert wird.

Und tatsächlich wird der Fall Peci (hier als "Irfan P. aus Weiden in der Opferpfalz") bereits in Wolf Schmidts 2012 erschienenen Buch Jung, deutsch, Taliban (auch zu beziehen über die Bundeszentrale für politische Bildung) beschrieben - inklusive der Verstrickungen von SITE.

Den F24-Beitrag finden Sie noch HIER in der ZDF-Mediathek, ebenso die längere ZDFinfo-Dokumentation "Islamist im Staatsauftrag". 



04.10.2015

In eigener Sache: Vorträge zum Thema Terrorismus, IS & Propaganda


Dass ich hier in der letzten Zeit wenig eingestellt habe, tut mir leid, allerdings habe ich gute (sprich: fach- bzw. themenspezifische Gründe).

Zum einen haben ich meine Doktorarbeit für die Veröffentlichung fertig gestellt. Ende des Jahres oder Anfang des kommenden wird "Terrorismus im Spielfilm: Konflikte - Genres - Figuren" im Verlag VS Springer in Wiesbaden erscheinen.

Darüber hinaus bereite ich mehrere Vorträge vor:

Unter dem Titel "Mediale Pyrrhussiege und verlorene Schlachten? - Zu den Herausforderungen im Umgang mit dem IS und seiner Propaganda" referiere ich kommende Woche auf einem Intensiv-Seminar für Redakteure zum Thema "Islamismus" (eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verband der Zeitungsverleger in Rheinland-Pfalz und Saarland).

Anfang November stehen dann zwei Vorträge in Nordhessen vor Schülern an: Am 4. November an der Edertalschule und am 5 Nov. in der Hans-Viessmann-Schule (beide in Frankenberg / Eder). Titel: "Terrorvideos - Die Propaganda des 'Islamischen Staat' un die Rolle der Sozialen Medien". Am Abend des 4. Nov. findet zusätzlich ein Referat zum Thema "Islamischer Staat: Gewalt als Strategie - Wie der IS handelt und wirbt" über Ziele, Aufbau und Arbeitsweisen des IS ebenfalls in Frankenberg statt. (Veranstalter u. Mitorganisator der drei Termine ist die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.).

Zumindest für meine Arbeiten an einem Buch über die IS-Propaganda und deren Herausforderungen für Medien und die Gesellschaft ist das kein Zeitverlust, sondern Gelegenheit, Material auf- und vorzubereiten sowie einige Thesen und Aspekte vorab zu diskutieren bzw. Informationen und Feedback von Experten einzuholen: von JournalistInnen und RedakteurInnnen wie von Kindern und Jugendlichen. Letztere haben schließlich eine eigene Web 2.0-Lebenswelt. Eine, in der Facebook schon wieder 'out' ist. Ein wichtiger Punkt, den es zu berücksichtigen geht, wenn von der Gefährdung durch Propaganda in Sozialen Netzen gerade für Jüngere die Rede ist.

zyw