In
einem Frontal 24-Beitrag berichtet das ZDF über den Aussteiger
Irfan Peci, der als Dschihadisten-Web-Propagandist für den deutschen Ableger der GIMF, die
Global Islamic Media Front, Mitte/Ende der 2000er tätig war. Peci, der vor fünf Monaten das Buch
Der Dschihadist: Terror made in Germany - Bericht aus einer dunklen Welt veröffentlichte, sei vom Verfassungsschutz angeworben worden.
Laut ZDF-Beitrag nun habe der deutsche Auslandsgeheimdienst
BND die Propagandaplattform zumindest weiterlaufen lassen. Dass die private US-Aufklärungsfirma
SITE Intelligence Group mit im Boot gewesen sein soll, macht die Sache noch brisanter.
Allerdings: Der TV-Bericht ist zumindest insofern mißverständlich, insofern gleich zum Auftakt die aktuelle
IS-Propaganda zum Aufhänger gemacht und entsprechend mit Pecis Online-PR in Sachen Heiliger Krieg assoziiert wird. Mit dem aktuellen "Islamischen Staat" und seiner Propaganda hatten freilich die GIMF,
Peci und seine Kumpane Ende der 2000er mediengestalterisch (mithin von der
Attraktionskraft her), konfliktbezogen und organisatorisch höchstens indirekt
etwas zu tun: die GIMF ist Medienarm v.a. von al-Qaida, mit der sich der
IS mittlerweile zerstritten hat. Fluchtpunkt ist dahingehend nicht Syrien oder der
Irak, sondern Afghanistan/Pakistan. Pecis Enthüllung bzw. des Teams um Elmar
Theveßen sind mithin nicht so brandaktuell, wie es suggeriert wird.
Und tatsächlich wird der Fall Peci (hier als "Irfan P. aus Weiden in der Opferpfalz") bereits in Wolf Schmidts 2012 erschienenen Buch
Jung, deutsch, Taliban (auch zu beziehen über die
Bundeszentrale für politische Bildung) beschrieben - inklusive der Verstrickungen von SITE.
Den F24-Beitrag finden Sie noch
HIER in der ZDF-Mediathek, ebenso die längere ZDFinfo-Dokumentation "Islamist im Staatsauftrag".