30.06.2009

München 1972

Acht palästinensische Terroristen der Gruppe "Schwarzer September" dringen während der Sommerspiele in die Unterkunft der israelischen Sportler ein, töten zwei von ihnen und nehmen die restlichen elf als Geiseln. Die Befreiung auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck mißlingt und endet desaströs: Bis auf drei kommen alle Geiseln und die Kidnapper ums Leben.

Spielfilme:

MUNICH (dt. MÜNCHEN) (USA/CAN/F 2005, R: Spielberg, Steven):
Die "Rachegeschichte" um ein Mossad-Team, das die Hindermänner der Aktion aufspürt und tötet, präsentiert auch eine Reinszenierung der Geiselnahme und ihr Ende als Traum der - freilich nicht dabeigewesenen - Hauptfigur, des Mossad-Mannes Avner (Eric Bana) -- IMDB-Link HIER, zu bestellen HIER

Fernsehfiktionen:

21 HOURS OF MUNICH (dt. DIE 21 STUNDEN VON MÜNCHEN)
(USA 1976, R: Graham, William A.)
TV-Spielfilm, der in Deutschland auch im Kino lief und in der Tradition der Fernsehadaptionen markanter Terrorismus-Ereignisse mit Star- und Sternchen-Besetzung. William Holden spielt den Münchner Polizeichef Manfred Schreiber, Franco Nero den Terroristen-Anführer "Issa" und Richard Basehart Bundeskanzler Willy Brandt.
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SWORD OF GIDEON (dt. GIDEONS SCHWERT) (CAN/USA/F 1986, R: Anderson, Michael)
Rund zwanzig Jahre, ehe Spielberg sich dem Thema annahm, wird hier bereits in 174 Minuten die Geschichte des geheimen Mossad-Kommandos erzählt, dass Vergeltung für den Anschlag übt. Mit Steven Bauer als Avner und Michael York als Robert (in MÜNCHEN gespielt von Mathieu Kassovitz).
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Dokumentarfilme:

ONE DAY IN SEPTEMBER (dt. EIN TAG IM SEPTEMBER)
(CH/D/UK 1999, R: Macdonald, Kevin).
Oscar-prämierter Dokumentarfilm, er die Geschehenisse athmospärisch dicht im größeren Kontext und mit Zeitzeugen und Betroffene wie Manfred Schreiber oder Ankie Spitzner, die Witwe des israelischen Fechttrainers "zu Wort kommen" lässt.
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13.06.2009

US-Film zum Folter-Dilemma bei verdächtigen Terroristen kommt

Der Thriller UNTHINKABLE ist in der Postprodukttion und soll nächstes Jahr starten. In dem Film von Regisseur Gregor Jordan ("Buffalo Soldiers", "Ned Kelly"), hochkarätig besetzt mit Martin Sheen, Samuel L. Jackson und Carrie-Anne Moss geht es um eine Verhörsituation, die wie die Ausgestaltung des alten moralischen Dilemmas: Wieweit darf ich gehen, um Informationen zu erhalten, die Leben retten?

Im Filme geht es um einen Verdächtigen, der über den Aufenthaltsort dreier Atombomben in den USA Bescheid wissen soll, sowie einen FBI-Agent und ein "Befragungs"-Spezialist für verdeckte Operationen.

Hollywood hat das Dilemma des "Undenkbaren" - unmenschliche Folter, um Unmenschliches zu verhindern - hinsichtlich des Terrorismus in den letzten Jahren öfters, wenn auch nicht so zentral in einem Film, durchgespielt. In THE SIEGE (dt. AUSNAHMEZUSTAND) (USA 1998) muss der FBI-Mann (Denzel Washington) hilflos das brutale und schließlich tödliche (im Film nur angedeutete) Verhör durch den General (Bruce Willis) geschehen lassen - es herrscht Kriegrecht in New York. Gute und Böse, zumindest aber Recht(schaffenheit) und Unrecht sind hier freilich über die Figuren sauber verteilt und können zu einer für jeden bequemen Lösung kommen: Der General wird schließlich verhaftet.

In RENDITION/ MACHTLOS (USA 2007) von Gavin Hood werden die US-Methoden angeprangert, Verdächtige in befreundete, weniger um die Menschenrechte besorgte Staaten zu verschleppen, wo sie, wie der brave Familienvater Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally), brutal „verhört“ werden. Der Film löst dies in einem breiten Tableau der Situation auf: Anwars Frau versucht über persönliche Beziehungen auf politischer Eben zu intervenieren – wo, auf der Gegenseite die kalte Senatorin die geheime Rendition-Taktik des Militärs der Sicherheitsdienste für nötig erachtet. Desweiteren bietet der Film: einen CIA-Agent, der seine Unschuld verliert – und sein Gewissen entdeckt; der Chef des örtlichen, nordafrikanischen (und nicht näher benannten) Staates hat neben dem Beruf Ärger mit seiner Tochter, die wiederum einen jungen Extremisten liebt. ..

UNTHINKABLE ist nun sicher nicht der erste (Hollywood-)Film, bei dem es um Brutalität und Folter bei Verhören geht. Es wird aber interessant sein, wieweit der Film sich dabei wirklich in den Graubereich der ethnischen Diskussion traut und auch einen ernstzunehmenden Auseinandersetzung damit wagt, folglich einen „unterhaltenden“ Beitrag zur Debatte liefert, ob man – z.B. – von Terroristen gekaperte Passagierflugzeuge abschießen darf, um Schlimmeres zu verhindern.

Im indischen Bollywood-Kino ist das Thema Folter im Übrigen kaum ein großes Thema: Unterschiedliche (vor allem unterschiedlich ernst zu nehmende) Filme wie DILJALE (IND 1996), BLACK FRIDAY (IND 2004) über die Aufklärung des Mehrfachanschläge von Bombay 1993 oder DHOKHA (IND 2007) präsentieren eine Land, in dem nicht zimperlich mit „Terroristen“ umgegangen wird. Etwas, das zwar oft als verwerflich, allerdings als nichts Aufsehenerregendes präsentiert wird (auch der Shahrukh Khan in MAIN HOON NA (IND 2004) hat schon mal eine selbstverständliche Gefangenenmißhandlung – und generell wird das Ohrfeigenverteilen von Polizisten in Bud-Spence-Manier zum üblichen Verhalten im populären Unterhaltungskino des Subkontinents gezeigt). Nun ja, „andere Länder, andere Sitten…“

UNTHINKABLE, nach dem Drehbuch von Oren Moverman und Peter Woodward soll, 2010 in die US-Kinos kommen. Über einen Deutschlandstart ist noch nichts bekannt.

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08.04.2009

Was ist Terrorismus? - Probleme der Definition

Wenn es um Terrorismus und Film geht, liegt die Frage nahe: Was ist überhaupt darunter zu verstehen – unter Terrorismus? Zugleich ist die Definition alles andere als einfach - um nicht zu sagen: unmöglich. Eine letztgültige Bestimmung kann es schon allein deswegen nicht geben, weil Mittel und Werte im Wandel sind wie politische Systeme und historische Bedingungen.

Was Terrorismus ausmacht (ohne ihn damit in Gänze oder in jeder Form zu erfassen) und wie man sich dem Phänomen nähern kann, soll HIER näher geklärt werden.